Relationales-Datenmodell

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Das relationale Datenmodell wurde in den 70er Jahren entwickelt (einer der Urväter: P.P. Chen) und hat sich sehr schnell als weitverbreitestes Modell durchgesetzt. Ein Grund dafür ist sicherlich seine Einfachheit und das grundlegende Verständnis, das auch Nicht-Informatiker von relationalen Datenmodellen entwickeln können. Ein weiterer liegt sicherlich in der Flexibilität der Anfrage gegenüber den Möglichkeiten, die bis dahin das hierarchische und Netzwerkdatenmodell (Datenmodell) bieten konnten.

Die Ausschnitte aus der Realität, die bei der Datenmodellierung im ER-Modell als Entity-Mengen und ihren Beziehungen? abgebildet werden, werden im relationalen Datenmodell als Relationen und Fremdschlüssel dargestellt. Das relationale Modell ist ein rein wertbasiertes Modell. Beziehungen zwischen Tupeln verschiedener Relationen werden über Wertvergleiche hergestellt, nicht über Adressverweise (Pointer, Zeiger). Dies unterscheidet das relationale Modell auch von anderen Modellen, die zeitlich gesehen parallel entwickelte wurden, dem objektrelationalen und auch dem objektorientierten Datenmodell.

Eine viel gelehrte prozedurale Anfragesprache für das relationale Datenmodell ist die relationale Algebra (RA). Darauf aufbauend wurde die deklarative Datenbanksprache SQL als Standard definiert, der in Varianten in eigentlich allen RDBMS implementiert ist.

Türker et al. haben 2005 folgende, sehr übersichtlich und gut verständliche, Definition eines relationalen Modells vorgegeben: SET(ROW(Basisdatentyp?).
Attritutwerte haben einen bestimmten Basisdatentyp. Verschiedene Attributwerte bilden mittels des ROW-Konstruktors einen Datensatz und der SET-Konstruktur bildet eine Menge von Datensätzen, die sogenannte Relation (Tabelle?).

In dieser Form wird der Unterschied zum SQL-Modell sehr schnell deutlich, die fehlenden Duplikate, die in SQL zwar zugelassen sind, nicht ber in der RA: MULTISET(ROWBasisdatentyp?)).
Auch hier ist das Grundkonstrukt ein Attributwert von einem Basisdatentyp. Mehrere Attributwerte werden mittels ROW-Konstruktor zu einem Datensatz zusammengefügt. Eine Relation (Tabelle) besteht in SQL hingegen aus einer Multimenge von Datensätzen.

Derweil finden sich immer mehr Alternativen zu relationalen DBS, die insbesondere sehr gut gerüstet sind, um Web 2.0-Anforderungen zu begegnen. Sie werden unter dem Schlagwort NoSQL zusammengefaßt.

siehe auch: relationales DBMS

Quellen:

  • Chen, P.P.: “The Entity Relationship model: Toward a unified view of data”. ACM Trans. on Database Systems, 1(1):9-36, 1976
  • Edlich, Friedland, Hampe, Brauer: „NoSQL – -Einstieg in die Welt der nichtrelationalen Web2.0- Anwendungen“, Hanser-Verlag, 2010
  • Edlich, Prof. Dr. Stefan: „Your Ultimate Guide to the Non-Relational Universe!” http://nosql-databases.org/, Stand 07.10.2012
  • Elmasri, Ramez/Navathe, Shamkant B.: "Grundlagen von Datenbanksystemen" , Pearson Studium, München, 2002, ISBN 3-8273-7021-3
  • Faeskorn-Woyke, Heide/Bertelsmeier, Birgit/Riemer, Petra/Bauer, Elena: "Datenbanksysteme - Theorie und Praxis mit SQL2003, Oracle und MySQL", Pearson Education, München, 2007, ISBN 978-3-8273-7266-6
  • Kemper, Alfons/Eickler, André: "Datenbanksysteme", Oldenbourg, München, 2009, 978-3-486-59018-0
  • Saake, Gunter/Sattler, Kai-Uwe/Heuer, Andreas: "Datenbanken - Konzepte und Sprachen", mitp-Verlag, Redline GmbH, Heidelberg, 2007, ISBN 3-8266-1664-2
  • Türker, C., Saake, G.: "Objektrelationale Datenbanken - Ein Lehrbuch". dpunkt-Verlag, Heidelberg, 2006, ISBN 978-3-89864-190-6
  • Vossen, Gottfried: "Datenmodelle, Datenbanksprachen und Datenbankmanagementsysteme", Oldenbourg, München, 2008, ISBN 978-3-486-27574-2

Kategorie: Allgemeines, Datenmodellierung, Relationale Algebra, R