Künstlicher Primärschlüssel

Besteht ein Primärschlüssel aus mehreren Attributen (Spalten), so tritt später bei Anfragen das Problem auf, dass für den eindeutigen Zugriff auf Entities (Datensätze) immer für alle Attribute (Spalten) Werte vorgeben werden müssen. Zudem ist der zugehörige Index mehrspaltig und damit speicherintensiver, weniger effizient und aufwändiger zu pflegen.

Ein Problem, welches bereits bei der Modellierung offensichtlich wird, ist, dass das Datenmodell sehr unübersichtlich werden kann, wenn diese zusammengesetzten Primärschlüssel in anderen Entity-Mengen (Tabellen) als Fremdschlüssel verwendet werden und dort entsprechend viele zusätzliche Attribute hinzukommen. Bei identifizierenden Beziehungen (identifizierende-Beziehung (Beziehung?)) werden diese Attribute (Spalten) Teil des Primärschlüssels der anderen Relation und blähen ihn zusätzlich auf.

Eine Lösung für diese Probleme stellt ein künstlicher Primärschlüssel, der sogenannte surrogate key dar. Es handelt sich dabei um einen Primärschlüssel, der aus einem Attribut (Spalte) mit numerischem Datentyp besteht und mit einer fortlaufenden Nummer gefüllt wird.

Er ist nicht gleichzusetzen mit Personalnummern oder Artikelnummern etc., mit denen die Sachbearbeiter tatsächlich arbeiten. Dieser künstlichen Schlüssel wird nur anwendungsintern verwendet, Anwender bekommen i.d.R. keine Kenntnis von ihm.

Kategorie: Datenmodellierung, Normalformen, K

Quellen:

  • Elmasri, Ramez; Navathe, Shamkant B.: "Grundlagen von Datenbanksystemen" , Pearson Studium, München, 2009, ISBN 978-3-86894-012-1
  • Faeskorn-Woyke, Heide; Bertelsmeier, Birgit; Riemer, Petra; Bauer, Elena: "Datenbanksysteme - Theorie und Praxis mit SQL2003, Oracle und MySQL", Pearson Education, München, 2007, ISBN 978-3-8273-7266-6
  • Kemper, Alfons; Eickler, André: "Datenbanksysteme", Oldenbourg, München, 2011, 978-3-486-59834-6
  • Saake, Gunter; Sattler, Kai-Uwe/Heuer, Andreas: "Datenbanken - Konzepte und Sprachen", mitp-Verlag, Redline GmbH, Heidelberg, 2011, ISBN 978-3-8266-9156-0
  • Türker, C., Saake, G.: "Objektrelationale Datenbanken - Ein Lehrbuch". dpunkt-Verlag, Heidelberg, 2006, ISBN 978-3-89864-190-6
  • Vossen, Gottfried: "Datenmodelle, Datenbanksprachen und Datenbankmanagementsysteme", Oldenbourg, München, 2008, ISBN 978-3-486-27574-2