Relationale Sicht

Eine relationale Sicht stellt die Implementierung des Konzepts der Sichten im Kontext relationaler Datenbanksysteme dar. Sie lassen sich nach dem Kriterium der Persistenz der abgeleiteten Daten in virtuelle Sichten und materialisierte Sichten differenzieren.

Türker/Saake bezeichnen in ihrem Buch "Objektrelationale Datenbanken" (s.u.) ausgehend von ihrem Klassifikationsschema für relationale und objektrelationale Sichten? eine relationale Sicht auch als Tupelsicht gemäß ihren Eigenschaften: untypisiert, tupelwertig, nicht referenzierbar.

Untypisiert meint, dass sich die Tabellenstruktur unmittelbar aus den benutzerdefinierten Datentypen bzw. Basisdaten der Attribute ergibt.
Tupelwertig heißt, dass die Zeilen nur Tupel und keine Objekte darstellen, u.a. mit der Folge, dass Methoden nicht für Zeilen aufrufbar sind.
Nicht referenzierbar sind die Tupel, weil unter anderem das OID-Konzept fehlt.

Dieses Konzept einer relationalen Tabelle/Tupeltabelle läßt sich auf der Basis von Typkonstruktoren als

      MULTISET(ROW(TYPE(S1),…, TYPE(Sn))) 

beschreiben, wobei TYPE(Si) im objektrelationalen Kontext Spalten mit benutzerdefinierten Datentypen meint und im relationalen Umfeld Basisdatentypen.

Erstellt werden relationale Sichten mit dem CREATE-VIEW-Befehl.


Quellen:

  • ANSI/ISO/IEC 9075-1:2003. Part 1 "SQL/Framework", ISO International Organization for Standardization / ANSI American National Standards Institute, September 2003
  • ANSI/ISO/IEC 9075-2:2003. Part 2 "SQL/Foundation", ISO International Organization for Standardization / ANSI American National Standards Institute, Dezember 2003
  • Türker, Can/Saake, Gunter: "Objektrelationale Datenbanken", dpunkt-verlag, Heidelberg, 2006, ISBN 3-89864-190-2

Kategorien: Objektrelationale DB, SQL, R, S